KKA (Kleinkläranlage) behalten
Aufgrund der großen Fläche und geringen Siedlungsdichte im Landkreis Cuxhaven sind
insbesondere auf dem Land Kleinkläranlagen eine sinnvolle Methode zur Entsorgung von
häuslichem Abwasser.
In der Vergangenheit haben Kommunen und Landkreis auf eine zentrale Abwasserentsorgung gedrängt. Hintergrund war eine vermeintlich hohe Nitratbelastung ("rote Gebiete"), eine zwischenzeitlich angedrohte EU-Klage (inzwischen wieder vom Tisch) aufgrund der (vermeintlich) hohen Nitratbelastung und offensichtlich auch monetäre Gründe (z.B. Auslastung zentraler Kläranlagen, Erhöhung des Gebührenaufkommens).
Bei Betrachtung der Gesamtsituation kommt man zu dem Schluss, dass die KKA auf dem Land eine vernünftige Lösung ist, die dauerhaft Bestandsschutz genießen sollte:
- Eine zentrale Abwasserentsorgung im dünn besiedelten Gebieten ist für die Nutzer teurer, als eine KKA.
- Eine illegale Abwasserentsorgung in der KKA kann direkt auf den Eigentümer zurückgeführt werden. Zudem hat er selber den Schaden im eigenen Garten. Die KKA dient folglich einer ordnungsgemäßen Abwasserentsorgung und sorgt bei den Nutzer für eine hohe Sensibilität.
- Das WHG (Wasserhaushaltsgesetz) lässt explizit die KKA als Möglichkeit der Entsorgung häuslicher Abwässer zu.
- Ebenso stellt das WHG die Verhältnismäßigkeit in den Vordergrund, die bei einer Umstellung auf eine zentrale Abwasserentsorgung nicht gegeben wäre (hohe Investitionen und hohe Kosten für die Nutzer).
- Die Nitratbelastung durch eine KKA ist im Vergleich mit der Landwirtschaft vergleichbar bzw. deutlich geringer (je nach Fläche des Wohngrundstücks und Anzahl Bewohner). Eine Verringerung der Nitratbelastung erscheint in der Landwirtschaft aufgrund guter landwirtschaftlicher Praxis zur Erzielung eines vernünftigen Ernteerfolges kaum möglich.
- Die Nitratbelastung im Rohwasser des Wasserwerks Kührstedt (Beispiel, Nähe zum roten Bereich, ca. 60-90m Tiefe) liegt deutlich unter der Vorgabe der Trinkwasserverordnung, während in den höher gelegenen Messbrunnen oft Werte über der Trinkwasserverordnung gemessen werden ("rote Bereiche"). Das hat sich auch nach Jahrzehnten intensiver Landwirtschaft nicht geändert. Offensichtlich wirkt hier der anaerobe Stickstoffkreislauf im Wasser auf den Weg durch die Grundwasserschichten und baut das Nitrat ab. Auch aus diesem Grund wäre die Unverhältnismäßigkeit der zentralen Abwasserentsorgung gegeben.
Fazit:
Es gibt keinen vernünftigen Grund die KKA auf dem Land durch eine zentrale Abwasserentsorgung zu ersetzen. Die KKA muss bleiben.
Weitere Infos über die Website der Bürgerinitiative Pro KKA.